Rocco Siffredi italienischer Analsex Pornostar

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Rocco Siffredi - Das Zerrbild des Pornostars

Erstellt von Rocco Siffredi am Freitag 28. November 2008

Rocco Siffredi im neuen Film von Catherine Breillat, ein Guerilla-Home-Movie von Neil Young und andere ästhetische Erregungen: Brüchige Identitäten beim 33. Filmfest Rotterdam.

Zunächst entschuldigt er sich, dass er ein wenig betrunken sei vom Wein zwischendurch, schließlich sei dies schon seine vierte Ansprache in drei Stunden, aber dann stellt Gaststar Takeshi Kitano bei der Publikumspremiere des Filmfests Rotterdam schon eines klar: Was man hier zu sehen kriegt, sei “the real deal”, nicht die globalisierte Version von asiatischer Kampfkunst wie bei Kill Bill und The Last Samurai. Kitanos Meisterwerk Zatoichi geht zurück an die Wurzeln des Schwertkampfkinos: Der (vom Regisseur selbst gewohnt exzentrisch verkörperte) Titelheld ist eine Ikone der japanischen Populärkultur. Blind, aber blitzschnell mit dem Schwert: Der Kampf ist eine Frage von Sekunden, ganz nach alter Samuraifilm-Sitte. Ein Gegenpol zu den üppig choreografierten Klingen-Balletten, die das Kino mittlerweile bevorzugt, freilich als Musical aufgelöst: zugleich traditionalistisch und bilderstürmerisch, der perfekte Eröffnungsfilm für Rotterdam, wo man jedes Jahr Vergangenheit und Zukunft des Kinos auszusöhnen sucht.

Etwa Raul Ruiz: Dem Chilenen, nach Allendes Sturz geflohen, seither einer der schaffensfreudigsten und verspieltesten Regisseure, gilt ein “Tribute” - und er scheint genau der richtige Schutzheilige zu sein für ein Gegenwartskino, das sich oft selbst entfremdet wirkt: Die Exilerfahrung schlägt sich in seinem Werk in der vielgestaltigen Verschränkung von zerbröselnden Identitäten und barocken Erzählungen nieder, seine letzte Schaffensperiode, hauptsächlich literarische Vexierspiele (etwa Le temps retrouvé nach Proust), sieht überhaupt aus wie eine einzige lange Arbeit mit wechselndem Personal. Ein Paradox wie aus einem Ruiz-Film: Die Identität des Autors manifestiert sich erst im Zerfließen des Werks.

Klares, hermetisches, kristallines Autorenkino dagegen bei Romance-Regisseurin Catherine Breillat: Die Weltpremiere ihres Films Anatomie de l’enfer wurde eher mit Unverständnis quittiert, was ein wenig unverständlich ist. Wie gewohnt mischt die französische Provokateurin Pornografie und Philosophie, schildert in spröder Dramaturgie und Bildern von karger Eleganz einen brütenden Machtkampf der Geschlechter: Amira Casar spielt eine Frau, die einen schwulen Mann (Rocco Siffredi) für nächtliche Besuche zahlt. In gemessenem Gleichschritt folgen einander Irritation und Deklamation: Ein beunruhigendes Belauern, unterbrochen nur von thesenhaften Sätzen, extremen Körperkontakten und ein paar Schlucken, nicht bloß Whisky, sondern für den Schock auch einmal Regelblut. Breillats Kino ist profund und lächerlich zugleich, was ihr selbst offenbar klarer ist als ihren Kritikern, dafür spricht die Cleverness, mit der sie ihren Pornostar in Szene setzt: Am Ende zerbricht er weniger an seiner Männlichkeit als an deren (populärem) Zerrbild.

Zerrbilder, medial generiert: Der Schwerpunkt “Homefront USA” zeigt das amerikanische Kino, wie es sich - oft ratlos, manchmal naiv, meist faszinierend - am Misstrauen gegen die Politik abarbeitet, Misstrauen gegen die “offizielle” Berichterstattung kommt dazu. Neben Gus van Sants Columbine-Film Elephant sieht man einen bemerkenswerten Low-Budget-Versuch über dieses Schulmassaker, der ebenfalls vor allem dem Anliegen geschuldet scheint, Medienhysterie und vorschnellen Erklärungen eine kompliziertere Version von “Wirklichkeit” entgegenzuhalten: Ben Coccios Zero Day besteht fast nur aus Videobotschaften, die zwei angehende Highschool-Killer für ein posthumes Publikum aufgezeichnet haben. (Das Blutbad am Zero Day wird, wie im wirklichen Fernsehen, via Aufnahmen aus Überwachungskameras gezeigt.) Wo van Sant der Wahnsinnstat durch ästhetisches Transzendieren beizukommen sucht, watet Coccio durch authentische Szenarien: Antworten bleiben beide bewusst schuldig, das gibt ihren Filmen unbehagliche, manchmal schuldbewusste Dringlichkeit.

Wo die Jungen hörbar fragend nach Atem ringen, setzen Alte auf Direktheit: Bob Dylans eigenartiger Ensemblefilm Masked and Anonymous ist in vieler Hinsicht kryptisch, als Amerika-Kritik könnte er offener nicht sein. Noch roher geht es Neil Young an: Zu seinem Konzeptalbum Greendale hat er ein ultrakörniges Super-8-Home-Movie gedreht, gegen das sich selbst Zero Day wie eine Superproduktion ausnimmt. Ruckelige Handkamerabilder (Youngs Regie-Pseudonym: Bernard Shakey), grob geschnitzte Ästhetik: Eine Guerilla-Methode, die gemeinsam mit den treibenden, hypnotischen Rock-Schleifen von Crazy Horse bemerkenswerte Intensität erzeugt. Greendale ist mit seinen Sixties-Gegenkultur-Idealen oft altmodisch (meist auf ergreifende Weise), als cri du coeur aber schlicht ehrfurchtgebietend: Da der Soundtrack von Platte kommt, mithin Young allen Figuren seine eigene Stimme leiht, tritt das Persönliche an diesem Projekt noch physischer hervor - die Freiheit des Individuums, für die hier entschieden amateurhaft eingetreten wird, übersetzt sich so ganz zwingend ins Ästhetische. Nirgendwo ist der Verlauf der Homefront so nah wie bei Young: Er beginnt genau dort, wo die eigene Haut aufhört.

Quelle: Presse 2004

Auch wieder ein netter Artikel den ich im Zusammenhang mit unserem Analstar Rocco Siffredi gefunden habe.

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